Was Du von der Werbung über Dein Gehirn lernen kannst.


Warum sind wir bereit, für Markenprodukte wissentlich mehr Geld auszugeben als für gleichwertige No-Name-Produkte? Warum fühlen wir uns sicherer, angesehener, gesünder, wohlhabender, schöner, stärker, intelligenter wenn wir Produkte kaufen die uns mit ihrer Werbebotschaft genau das suggerieren?



Das Gehirn ist ein Couch Potato.

Um uns Konsumenten dazu zu bewegen, mehr zu kaufen und mehr Geld auszugeben orientiert sich die Werbeindustrie an der Weise, wie das menschliche Gehirn Neues erlernt. Der bekannte Gehirnforscher Gerald Hüther erklärt es in seinen seinen Büchern und wunderbaren Vorträgen sinngemäß wie folgt: das Gehirn achtet als größter Energieverbraucher des Körpers darauf, möglichst Energie zu sparen. Es vermeidet Veränderung wegen der damit verbundenen erhöhten Anstrengung. Das evolutionäre Erfolgsprogramm heisst: never touch a running system.


Wie verkauft man einem Gehirn was es nicht kennt? Wer Menschen dazu bringen will, zum Beispiel regelmässig ein neues Produkt zu kaufen (etwas dauerhaft im Leben zu verändern) muss deren Gehirne überlisten. Das Geheimnis liegt darin, durch die Erzeugung von positiven Emotionen die Zielgruppengehirne Glauben zu machen, das Produkt / die Veränderung sei sehr erstrebenswert und die Mühe wert. Die Werbung erschafft dafür zielgruppengerechte Idealbilder: die perfekte Hausfrau, der fürsorgliche Ehemann, das schlanke Sommermädchen, der umweltbewusste Autofahrer, die gesundheitsbewusste Mutter...


Ausgetrickst. Gerald Hüther beschreibt die Strategie der Verführung sinngemäß wie folgt: biete dem Gehirn etwas Neues, etwas Interessantes an, wecke seine Neugier. Ein neuer Aspekt im Leben, ein Vorteil, eine Problemlösung. Verbinde das Neue mit positiven Emotionen, mit schönen Bildern. Erzeuge Gefühle von Begeisterung, Rührung, Glück, freudiger Vorerwartung. Und dann wiederhole den Vorgang so oft wie möglich. Das Gehirn schüttet dabei jedesmal Dopamin aus (Hüther: „es düngt sich“) und verankert die mit der Nutzung des Produkts verbundenen, positiv aufgeladenen Bilder als neue neuronale Verknüpfungen. Genau so lernen Kinder: mit bis zu 200 Begeisterungsstürmen pro Tag.


Wie kannst Du die Veränderungsfähigkeit Deines Gehirns für Dich nutzen? Wir wissen heute, wie unser Gehirn neue Sichtweisen, Überzeugungen, Gefühle, Gedanken oder Gewohnheiten und Verhaltensweisen erlernt. Wir können uns die Lernfähigkeit unseres Gehirns aktiv zu Nutze machen. Zum Beispiel wenn wir eine schlechte Gewohnheit loswerden oder ein gutes Ziel erreichen wollen. Du kannst Dich selbst mit relativ wenig Aufwand dazu bringen, ein privates oder berufliches Ziel zu erreichen, eine Gewohnheit zu verändern oder erfolgreicher zu werden. Ich möchte dies an einem einfachen Beispiel illustrieren.


Meine Übung für Dich

Zunächst noch einmal die Methode: 1. Biete Deinem Gehirn eine von Dir erwünschte Veränderung als etwas Neues, Interessantes, Erfreuliches für

Dein Leben an.

2. Verbinde das Neue mit positiven Bildern, mit Emotionen, erzeuge Gefühle wie Begeisterung, prickelnde

Freude oder stelle Dir intensive Sinneseindrücke vor, immer verbunden mit dem Erleben des neuen Aspekts in

Deinem Leben.

3. Wiederhole diese Übung so oft wie möglich. Nehmen wir nun ein fiktives Ziel an:

Du möchtest als Selbständiger innerhalb eines Jahres auf 3000€ mehr Umsatz im Monat kommen und gleichzeitig einen Tag weniger in der Woche arbeiten müssen. Das könnte zunächst mal Stress erzeugen.

„Wie soll das gehen? Ich arbeite doch jetzt schon rund um die Uhr...“

Der unerschütterliche Glaube an eine solche Veränderung ist auf der kognitiven Ebene nicht zu erzeugen. Das muss im Unterbewusstsein geschehen. Dieses lernt über starke Bilder und damit verbundene Emotionen. Über Bedeutung, nicht über Fakten.

1. Was ist neu? Was ist die gewünschte Veränderung in Deinem Leben? Es ist nicht das Geld. Es ist nicht die

Zeit. Das sind abstrakte Begriffe, damit kann ein Gehirn nichts anfangen. Was bringt Dir diese Veränderung?

Was ist das Ergebnis für Dich, für Deine Lebensqualität, für Deine Lieben? Welche Wünsche, Pläne, Ideen

könntest Du umsetzen?


2. Entfache das Feuer der Begeisterung, der Vorfreude, den Enthusiasmus. Stelle Dir in leuchtenden

Farben vor, wie es sein wird. Wie die Veränderung mehr von dem in Dein Leben bringt, was Du wirklich

willst. Stelle es Dir so intensiv und bildhaft vor wie möglich. Erlebe so intensiv wie möglich im Geist, wie es

sein wird. Schreibe es auf oder sprich es Dir aufs Mobiltelefon.

3. Wiederhole nun so oft wie möglich das innere Erleben Deiner erwünschten Veränderung. Am besten gleich

morgens nach dem Aufstehen, mehrmals über den Tag verteilt und als letzte Handlung des Tages vor dem

Schlafen gehen.

Diese einfache Übung kostet Dich einige Minutenbis eine Viertelstunde am Tag. Das Veränderungspotential ist jedoch erheblich. Ist Dein Ziel gut gewählt und passend formuliert so wird es von Deinem Unterbewusstsein durch konsequente Wiederholung mehr und mehr als real akzeptiert. Denn das Unterbewusstsein kann nicht zwischen Illusion und Realität unterscheiden. Dieser inneren, unbewussten Überzeugung einer neuen Realität folgen allmählich unsere Gedanken, unsere Anschauungen, schliesslich unsere Handlungen die uns Schritt für Schritt unserem Ziel näher bringen.


Viel Freude und Erfolg beim "Düngen" Deines Gehirns!

Boris



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