Jammern hilft zwar, nützt aber nix.


"Der Chef ist ein Depp." oder "Die Mitarbeiter sind schlecht motiviert." sind nur zwei von vielen beliebten Erklärungen, warum es im Job nicht gut läuft. Selbständige und Unternehmer können sich an der Stelle nicht rausreden. Der Kunde ist nie schuld und der Chef ist man selbst. Das musste ich als junger Freiberufler auf die harte Tour lernen.


Während der ersten Jahre meiner Selbständigkeit wurde alles stetig besser. Mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Gewinn. Doch dann gingen meine Umsätze zunächst allmählich, dann immer deutlicher zurück und ich verbrachte quälende Monate wartend vor dem Telefon. Ich suchte nach Erklärungen und fand sie. „Die Nachfrage ist geschrumpft.“, „Kunden sind auch nicht mehr das was sie mal waren.“ oder „Die Branche nervt.“.


Doch das passte so garnicht mit dem zusammen was mir die wenigen Kunden sagten, die doch noch den Weg zu mir fanden: „Also normalerweise arbeiten wir mit Deinen Mitbewerbern (Namen fallen). Aber weißt Du, die haben ja nie Zeit! Alle ausgebucht.“ Es gab also so viele Auträge das meine Mitbewerber nicht mehr hinterher kamen. Bei mir rief man nur an wenn man keine andere Wahl hatte. Autsch.

Als meine finanzielle Lage ernster wurde wurde musste ich mich entscheiden: weiter jammern oder ehrlich in den Spiegel schauen. Ich tat letzteres und kam zu folgender Analyse:


Eine gute Auftragslage hielt ich für selbstverständlich, in die Entwicklung meines Geschäfts investierte ich nur das Nötigste. Dass die Kunden wussten dass es mich gibt hielt ich für Marketing genug.

Meine Mitbewerber dagegen waren mit 100% Leidenschaft dabei. Sie arbeiteten konsequent an der Verbesserung ihrer Fähigkeiten und waren technisch immer auf dem neuesten Stand. Dagegen konnte ich auf Dauer schlichtweg nicht bestehen.

Und eine entscheidende Veränderung ging damals an mir vorbei: das Internet. Meine Kunden konnten sich plötzlich überregional aus einer großen Zahl an – sehr guten - Mitbewerbern für jeden Job die Besten aussuchen. Ich wollte diese Entwicklung einfach nicht wahrhaben und mich nicht verändern müssen.


So entschied ich, endlich die volle Verantwortung für meine unternehmerische Situation zu übernehmen indem ich neue Denkweisen zu verinnerlichen und mir die richtigen Fragen zu stellen suchte:


1. Meine Kunden sind mir lieb und teuer. Wie kann ich ihre Bedürfnisse am besten ergründen und erfüllen? Antwort: Ich würde immer das Extra mehr geben und meine Kunden so das Vertrauen geben, bei mir richtig zu sein. Sei für jeden Anruf dankbar. Nichts ist selbstverständlich.


2.Ich bringe topp Leistung. Wie werde ich so gut dass mir Konkurrenz nichts mehr ausmacht? Antwort: Lerne von Deinen erfolgreichen Mitbewerbern. Ein Jahr lang widmete ich mich konsequent der Verbesserung meiner Fähigkeiten und dem Erstellen von Arbeiten auf höherem Niveau. Diese Arbeiten veröffentliche ich auf meiner neu gebauten ersten Website und informierte meine Kunden regelmässig über meine Aktivitäten. Relevante Software wurde erlernt und kräftig in Equipment investiert.


3. Nicht auf Erfolgen ausruhen. Wie werde und bleibe ich zukünftig erfolgreich? Antwort: immer bestens informiert bleiben über die Bedürfnisse des Marktes, die Leistungen meiner Mitbewerber sowie neue Entwicklungen. Netzwerken. Empfehlen. Veränderungen wahrnehmen und schnell reagieren. Die konsequente Verbesserung meiner Fähigkeiten hoben meine Dienstleistung auf ein höheres Niveau, hochwertigere Aufträge waren die Folge. Website und Marketing erhöhten die Reichweite signifikant. Ich stellte die Bedürfnisse meiner Kunden über meine eigenen und gab stets mein Bestes.


So erlebte ich eine Aufwärtsspirale von mehr Freude an der Arbeit, mehr Wertschätzung und mehr Umsatz. Etwa 2 Jahre hat es gedauert bis ich wieder gut in der Spur war.


Fazit: ich habe damals grade noch die Kurve gekriegt. Gute Unternehmer und Selbständige brauchen den Willen zur Selbstreflexion wenn sie wirtschaftlich überleben wollen. Die Persönlichkeit des Unternehmers als maßgeblich gestaltender Akteur drückt sich 1:1 in seinem Unternehmen aus. Seine positiven Fähigkeiten und Eigenschaften zeigen ebenso Wirkung wie blinde Flecken, schlechte Gewohnheiten, Trägheit, oder negative Überzeugungen. Daran ist nichts schlecht, man muss sich dessen nur bewusst sein und sich aufmerksam und ehrlich beobachten und entsprechend gegensteuern.

Es gibt Methoden, an sich zu arbeiten und vielfältige Angebote für eine professionelle, wohlwollende Aussenperspektive, zum Beispiel durch einen guten Coach. Das kann im übrigen auch für Menschen im Angestelltenverhältnis sehr nützlich sein.



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